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Dinner im Buxbaum. Geheimtipp in der Innenstadt

Linguine mit Kärntner Flusskrebsen, Neusiedlersee Zander, Schokoküchlein © Michaela Reisel

Endlich ist wieder die Zeit! Die Tage sind mitunter heiß und drückend, aber laue Abende sorgen dafür, dass man nach der Arbeit nicht sofort nach Hause gehen möchte.

Auf der Suche nach besonderen Plätzen für den Afterwork-Spritzer oder ein Abendessen kommt man am Buxbaum Restaurant mit seinem gemütlichen Gastgarten umrahmt von blühenden Rosensträuchern und Olivenbäumen nicht vorbei.

In den zwei Jahren, die das Lokal nun im ersten Bezirk geöffnet ist, hat es sich zu einem wahren Hot Spot für Gourmets entwickelt. Dank seiner versteckten Lage im wunderschönen Heiligenkreuzerhof ist es trotzdem immer noch ein Geheimtipp. Das Gesamtpaket aus Küchenleistung, Service und Ambiente schlägt sich auch in führenden Restaurantguides nieder und bringt dem Buxbaum eine Gault & Millau Haube, 79 Punkte bei A la Carte und 85 Punkte bei Falstaff (fünf Punkte mehr als im Vorjahr und damit Aufsteiger des Jahres!).

Junges Team, alte Profis

Das Team rund um den selbst erst 30-jährigen Benjamin Buxbaum mag jung sein, die Vitae können sich aber sehen lassen. Der Gastgeber selbst kehrte 2016 als Gastro-Quereinsteiger der Finanzbranche den Rücken und schuf im ehemaligen Hollmann Salon einen neuen Treffpunkt für Wiener Gourmets.

Restaurantleiterin ist Anna Andert, vormals im damaligen Kussmaul am Spittelberg in derselben Position. Ihre Worte für das Buxbaum, „romantische Wohnzimmeratmosphäre“, kann man spätestens nachvollziehen, wenn man sich selbst im Gastgarten zurücklehnt und bewusst die Ruhe rund um sich wahrnimmt. Wirklich erstaunlich, gefühlt keine 20 Schritte vom Touristentreiben entfernt und doch eine ganz andere Welt.

Die Weinkarte trägt seit September 2017 die Handschrift von Sommelier Petr Hlinák. Der gebürtige Prager arbeitete bereits bei Silvio Nickol in Wien und Velden. Im Buxbaum setzt Hlinák neben französischen und italienischen Weinen auf Österreichisches. Mit großem Fachwissen zeigt der Sommelier eine Vielfalt, die neben bekannten Namen wie Tement auch kleinen unbekannten Winzern eine Bühne gibt und den Speisen Daniel Kellners eine würdige Begleitung sind.

Let the menu be Kellner‘s Choice

Tatar vom Almochsen © Michaela Reisel

Küchenchef Daniel Kellner, der seine ersten Sporen bei Spitzenkoch Reinhard Gerer verdiente, zeigt, wie grandiose und moderne österreichische Küche mit mediterran-internationalen Einschlägen geht.

Am besten verschafft man sich einen Überblick über Kellners Kochkünste und bestellt mehrere Gänge. Oder lässt sich mit einem Chef’s Choice Menü überraschen.

Quer durch die Karte in 5 Gängen

Letzteres klingt gut. Schon kommen in rascher Abfolge die Speisen in fünf Gängen auf den Tisch. Die Weinauswahl hält Hlinák diesmal rein österreichisch.

Nach warmem Brot in zweierlei Sorten und hausgemachtem Kräuteröl beginnt das Menü mit Tatar vom Almochsen. Das kommt mit Wachteldotter, grünem Spargel und Belperknolle. Dazu 2015 Gemischter Satz maischevergoren von Alexander Koppitsch, Neusiedler See. Das Fleisch ist von erstklassiger Qualität (von Höllerschmid) und pfeffrig pikant abgeschmeckt. So wie ich es mag.

Es folgen hausgemachte Linguine mit Kärntner Flusskrebsen und Marktkarotten. Bereits als der Teller vor mir platziert wird, gelangt der wunderbare Duft in meine Nase. So mollig wohlig, man möchte sich auf der Stelle in die Linguine hineinlegen. Ohne Übertreibung. Dazu 2016 Saybritz Weiß von Thomas Kopfensteiner aus Deutsch Schützen im Südburgenland. Der Wein ist kräftig in der Nase und erinnert an Marzipan, Nüsse und Sesam.

Mein persönlicher Favorit des Abends: Neusiedlersee Zander mit Erdäpfelcreme, Mangold und Rüben vom Bauer Michael. Der Zander (von Eishken Estate) ist zart und aromatisch. Ein Highlight am Teller: der Mangold. Er schmeckt angenehm salzig, und ist das Nussbutter? Eine wirklich stimmige Kombination. Begleitet wird er von einem 2014 Chardonnay Leithaberg DAC von Gernot Heinrich aus Gols am Neusiedlersee.

Ötscherblick Schwein © Michaela Reisel

Ötscherblick Schwein. Heidenbrot. Grammeln. Knoblauch vom Andert. So der Name des vierten Streichs des Abends. Das Fleisch ist wieder von Höllerschmid. Wie die vorangegangenen Teller ist er wunderbar angerichtet und geschmacklich intensiv. Wer ein Fan von Grammeln ist, wird an Daniel Kellners Interpretation seine Freude haben. Außen kross und knusprig, innen zart-weich. Dazu 2013 Blaufränkisch Eisenberg Reserve.

Die Weinauswahl möchte ich an der Stelle nochmal besonders hervorheben: die Tropfen sind allesamt unterschiedlich und auf ihre Art so interessant, voller Kraft und Persönlichkeit, dass sie immer wieder das Tischgespräch unserer Dreierrunde beherrschen. Hlinák nimmt sich Zeit auf die Weine einzugehen, beleuchtet Geruch und Geschmack ebenso wie Herkunft und Lagerung.

Fehlt da nicht noch was? Richtig, der süße Abschluss: Schokolade. Mieze Schindler Erdbeere. After Eight. Vanille. Ein Schokoküchlein mit flüssigem Schokokern, daneben die Vanille-Komponente als Espuma. Dazu 2007 Forticus Beerenauslese. Graf Hardegg. Seefeld-Kadolz, Weinviertel. Ein Espresso und ich bin happy. Wer Lust hat, sich kulinarisch klug und gekonnt verwöhnen zu lassen, reserviert seinen Tisch im Buxbaum. Dafür die Hand ins Feuer, dass die Erwartungen noch übertroffen werden.

 

Buxbaum Restaurant

Grashofgasse 3 im Heiligenkreuzerhof
1010 Wien

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-23 Uhr
Küchenzeiten: Mo-Sa 12-15 Uhr und 17-22 Uhr

Reservierungen unter +43 (0)1 276 82 26 oder reservierung@buxbaum.restaurant

www.buxbaum.restaurant

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