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Winzerin der Woche: Michaela Riedmüller

Michaela Riedmüller (c) Steve Haider / S. Dremel

Ein Berg an der Grenze hat es ihr besonders angetan: der Braunsberg, ein noch weitgehend unentdecktes Terroir. Die 28-jährige Winzerin Michaela Riedmüller ist von seinem Potential überzeugt. Tatsächlich stellt der charakteristische Berg einen der letzten weißen Flecken auf Österreichs Weinlandkarte dar. Hier kultiviert Michaela Riedmüller mit Begeisterung Blaufränkisch-Reben.

Michaelas Enthusiasmus ist ansteckend. Ihr Auftrag als Winzerin ist klar: Dem Braunsberg und seinen Weinen zu Berühmtheit verhelfen. Dafür braucht es eine ordentliche Dosis Hartnäckigkeit, denn noch ist der Berg unbekannt, und es gibt auch keine Referenzen. Mit ihrem Tatendrang, den visionären Ideen und ihrem handwerklichen Können bringt Michaela jedoch alle Voraussetzungen mit, um ihr großes Ziel umzusetzen.

2018 hat sie den Betrieb mit rund 7 Hektar von ihren Eltern übernommen. Ihre Weingärten liegen auf zwei der spannendsten Lagen von Carnuntum: an den Hängen des Spitzerbergs und des Braunsbergs. Beide sind – geologisch betrachtet – Ausläufer der Kleinen Karpaten und nur 10 Kilometer voneinander entfernt. Einander ähnlich und zugleich sehr verschieden.

Blaufränkisch – Spiegel seiner Herkunft

Michaela weiß, dass sich die Sorte Blaufränkisch ganz hervorragend dafür eignet, die Besonderheiten ihrer beiden Terroirs in die Flasche zu bringen.

Schon von Weitem ist der Braunsberg zu sehen. Er liegt direkt an der Donau, an der Grenze zur Slowakei und wacht wie ein massives Schutzschild über die mittelalterliche Stadt Hainburg. Von seinem charakteristischen Plateau hat man einen hervorragenden Blick über die Hundsheimer Berge und die Donau, bis ins Marchfeld und nach Bratislava. Der Kern des Berges besteht aus Granit, an seinen Hängen wurden Kalkschichten, Lehm und Löss abgelagert. Das Klima ist durch die unmittelbare Nähe der Donau beeinflusst. Das spürt man besonders in warmen Sommernächten, wenn der Fluss die Blaufränkisch-Trauben am Braunsberg kühlt und ihre Reifung verzögert. Im Spätherbst, wenn die Nächte kalt werden, wirkt die Donau mildernd. „Die lange Reifeperiode ist einer der größten Vorzüge des Braunsbergs, der ruhige, sanfte, elegante und ausdrucksstarke Weine hervorbringt“, weiß Michaela.

Das Etikett des Ried Braunsberg ziert die Federnelke. Wie die Blaufränkisch-Trauben ist diese filigrane Pflanze am Braunsberg beheimatet. „Die Stilistik des Weins beschreibe ich am liebsten mit der Federnelke“, erzählt Michaela. „Zart, und doch spürt man gleichzeitig die kräftigen Wurzeln.“ Dazu kommen eine feine Würze und Kühle, Ansätze von Brombeere und Weichsel – am Gaumen straff und dabei fein und elegant. Die Trauben werden ganzbeerig vergoren. Der Wein darf im großen Fass in aller Ruhe reifen.

Zwischen Hainburg und Kapstadt

Schon früh stand für Michaela fest, den Weinbau zu ihrem Beruf zu machen. Schon als kleines Mädchen liebte sie es, durch die Weingärten der Familie zu laufen. Das ganze Jahr über half sie bei den Arbeiten in den Weinbergen mit. Wissensdurst und Abenteuerlust führten sie von ihrem Heimatstädtchen Hainburg an der Donau bis ans andere Ende der Erdkugel, nämlich nach Südafrika, wo sie drei Praktika absolvierte. Dabei sammelte sie wertvolle Erfahrungen, die sie jetzt in ihre eigene Arbeit einfließen lässt. Ihre Vorstellung von spannenden Weinen und nobler Finesse kann sie am Spitzerberg wie auch am Braunsberg am besten mit Blaufränkisch verwirklichen: „Für beide Terroirs gibt es einfach keine bessere Sorte“, ist Michaela sicher. „Blaufränkisch bringt beide zum Strahlen.“

Bei der kommenden VieVinum (9. bis 11. Juni) wird Michaela Riedmüller ihren Wein aus dem Jahrgang 2016 erstmals präsentieren.

Weinbau Riedmüller

Klosterplatz 4
2410 Hainburg a. d. Donau

http://www.weinbau-riedmueller.at/

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