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Österreicher kaufen mehr und Bio: Das sind die Trends beim Einkaufen

Michael Blass (Geschäftsführer AMA-Marketing), Micaela Schantl (AMA-Marktforschung) (c) Krisztian Juhasz

Erstmals seit vielen Jahren kaufen die Österreicher wieder mehr Frischeprodukte im Lebensmitteleinzelhandel. 2017 sind sowohl die eingekaufte Menge als auch der Wert gestiegen. Bei der Milch punkten teurere Spezialsorten, Butter-Liebhaber kaufen nach wie vor Butter, auch wenn diese teurer wird. Naturjoghurt wird lieber gekauft als Fruchtjoghurt, beim Fleisch punktet alles, was schnell geht. Das Segment Bio entwickelt sich stark, wie aus den jüngsten Daten der RollAMA, der rollierenden Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing, hervorgeht.

So viel gaben Österreicher 2017 für Lebensmittel aus

Milch und Milchprodukte, Fleisch und Wurst, Eier, Obst und Gemüse sowie Fertiggerichte wurden im vergangenen Jahr im Wert von 5,9 Mrd. Euro im Lebensmitteleinzelhandel eingekauft. Das entspricht einer Wertsteigerung von 5,1%. Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, erklärt, der Umsatzzuwachs resultiert aus gestiegenen Preisen und der Bereitschaft der Österreicher, für Bio oder Heumilch mehr Geld auszugeben. Außerdem aus einer Mengensteigerung, diese basiert auf: „dem Anstieg der Haushalte, der Einkaufsfrequenz und der Menge pro Einkauf.

145 € pro Haushalt pro Monat waren die durchschnittliche Haushaltsausgaben für Frischeprodukte (Brot, Gebäck und Fertiggerichte nicht mitgerechnet) im Jahr 2017. Der wertmäßig größte Anteil entfällt auf Wurst und Schinken, gefolgt von Milch, Joghurt und Butter. Platz 3 nimmt die Warengruppe Fleisch inklusive Geflügel ein, knapp 11% werden für Käse ausgegeben. Obst und Gemüse machen gemeinsam rund ein Viertel der Ausgaben aus.

Trends beim Einkaufen

Milch: Für Bio-, Heumilch oder laktosefreie Milch geben die Konsumenten gerne mehr aus. Hier lassen sich hohe zweistellige Umsatzsteigerungen in den letzten fünf Jahren ausmachen. Frischmilch war 2017 erstmals teurer als die länger frische Variante, wohl auch deswegen, weil der Bio-Anteil mit 30% überdurchschnittlich hoch ist. „Aus Umfragen wissen wir, dass Bio-Konsumenten Wert auf größtmögliche Natürlichkeit und wenig verarbeitete Lebensmittel legen. Frischmilch entspricht diesem Wunsch besonders gut“, interpretiert Blass diese Zahlen.

Joghurt: Das Bedürfnis nach Natürlichkeit spiegelt sich auch beim Joghurtkauf wider. Erstmals hat Naturjoghurt die Gruppe der Fruchtjoghurts überholt.

Käse: Österreich entwickelt sich zur ernst zu nehmenden Käsenation. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Frischkäse. Schnittkäse wurde 2017 etwas weniger gekauft.

Butter: Zu Jahresende 2017 stiegen die Butterpreise für Konsumenten aufgrund der knappen Mengen an. Blass: „Liebhaber von Butter sind treu, auch wenn diese etwas teurer ist.“ Butter erobert gegenüber Margarine jedes Jahr weitere Marktanteile.

Heumilchprodukte: ist ein Spezialsortiment mit Mehrwert, die Konsumenten greifen sehr gerne dazu. Etwas mehr als 7% aller im Lebensmitteleinzelhandel eingekauften Milchprodukte wurden aus Heumilch hergestellt, Tendenz langfristig steigend.

Trend zu „schnellem“ Fleisch: Alles, was beim Zubereiten schnell und einfach geht, liegt derzeit im Trend. Fleischteile und -arten für die flotte Küche haben 2017 stark zugelegt, etwa Teilstücke wie Schweinslungenbraten oder Rindersteaks. Auch der Boom von Faschiertem, Geflügelfleisch und vorbereitetem, also küchenfertigem Fleisch entsprechen dem Wunsch nach schneller Küche. Knapp ein Drittel des Fleischsortiments entfällt auf Huhn und Pute, Schweinefleisch macht 20% des Umsatzes aus, Rindfleisch 18%.

Bio legt weiter zu: Die Erfolgsgeschichte von Bio wird weitergeschrieben, Absatz und Umsatz steigen seit Jahren konstant an. Jedes fünfte im Supermarkt gekaufte Ei stammt aus Biohaltung. Der zweithöchste Bio-Anteil entfällt auf Milch sowie Erdäpfel, Gemüse, Obst und Joghurt. Auch Butter, Käse, Fleisch und Wurst werden immer lieber in Bio-Qualität gekauft. Fast jeder Österreicher kauft mindestens einmal im Jahr ein Bio-Produkt, die Gründe reichen von Natur- und Umweltschutz bis Selbstfürsorge.

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