Newsticker

Das Restaurant Bangkok – auf historisch heißem Pflaster

Restaurant Bangkok

Das Restaurant Bangkok in der Joanelligase 8 – vier Minuten Gehweg von der U4 Station Kettenbrückengasse entfernt – also quasi am Naschmarkt – befindet sich gegenüber dem legendären Café Einhorn von Uzzi Förster, schräg links in der Dürergasse die Jazzspelunke, fanden hier in den frühen achtziger Jahren die Dreharbeiten von Kitty Kinos Spielfilm Karambolage mit Marie Colbin statt, bei dem ein Billardtisch sozusagen die Hauptrolle spielte. In näherer Vergangenheit war hier das Café Restaurant Salz&Pfeffer über mehr als ein Jahrzehnt Anlaufstelle für Übriggebliebene, das bis 8:00 früh – wie auch das Drechsler und Die Gräfin am Naschmarkt – warme Küche bot. Ein zweites Bermuda Dreieck gewissermaßen.

Heute ist hier das Restaurant Bangkok untergebracht. Die Innenausstattung nimmt stilistisch einen gelungenen Bogen von altdeutsch zu thailändisch -letzteres vorwiegend mit Buddhabildern und-statuen, die sich in die Wandtäfelung und in Teile von Kredenzen und Spiegelrahmen so einfügen, dass sie teilweise wie Altäre wirken. Die Farben Schwarz und Gelb-Orange dominieren den Gesamteindruck und erzeugen eine ungewöhnlich entspannte Atmosphäre. So entspannt, dass man auch über die Hintergrundmusik hinweghören kann.

Beim Eintreten befindet man sich schnell in einem langgestreckten Raum, in dem man die Bar links – hier begegnen wir dem ersten Buddha – und einige Tische rechts an der Wand findet. Bereits im Aufgang treffen wir auf eine Warteschlange, die bei unserem Weggehen weiter angewachsen sein wird. Aus amerikanischen Filmen kennen wir dieses Phänomen, mit dem man zu rechnen hat, wenn man nicht reserviert.

Angelangt im Speisesaal, können wir abhängig von der Tageszeit durch die zu Boden reichenden Fenster ein wenig Gartengrün genießen. Das aufmerksame Personal, ausnahmslos Thailänder, bringt uns zum reservierten Tisch. Um 19:00 Uhr ist bereits jeder Platz besetzt, und er wird in den nächsten Stunden wiederholt besetzt werden.

Der Geruch von asiatischen Gewürzen und Speisen, der uns schon am Eingang empfing, zeigt bereits appetitanregende Wirkung. Aus der umfangreichen doch nicht überladenen Speisekarte – alle Standards von Pad Thai bis Papayasalat sind aufgelistet, haben wir schnell gewählt. Trotz einer durchaus passablen Weinkarte- Cuvée Asia von Mayer am Pfarrplatz – entscheiden wir uns für Thai Bier Singha, neben Chang Bier das größte am thailändischen Markt – ein süffiges Lagerbier mit 5%, das dann auch im Handumdrehen am Tisch steht und uns die Wartezeit erleichtert.

Gleich vorweg – ich habe zuletzt im Thailändischen Bangkok so gute, authentische Thailändische Küche gegessen. Üppige Portionen die garantiert satt machen, alles schlicht und hübsch mit bunten Speiseblüten dekoriert. Die Thailändische Küche mit ihren indischen und chinesischen Einflüssen besticht durch die angestrebte Harmonie der Aromen und Geschmacksrichtungen.

Papayasalat Som Tam (9,80€) Ist auch für Kenner der thailändischen Küche ein wahres Muss. Der Salat hat mich, obwohl ich nicht der größte Fan von Früchten in pikanten Speisen bin, schwer beeindruckt. Einerseits die Qualität des Produkts an sich, und andererseits die feine, dünne Marinade die einem das Wasser aus dem Mund laufen lässt. Dazu Nüsse, die dem Salat eine knusprige Textur verleihen. Eine Vorspeise, die man nicht auslassen sollte.

Knusprige Ente mit rotem Curry und Kokosmilch und Reis (14,50€) einwandfrei knusprig gebraten, eine sehr üppige Portion, das Gemüse wieder in einer unvergleichlich guten, pikanten Marinade, keine Spur von TK Ware. Als Gemüseliebhaber zöge ich allerdings ein ausgewogeneres Verhältnis von Fleisch und Gemüse vor.

Der Duftreis wird separat in kleinen Schüsseln ohne Schnickschnack serviert, angenehm mild um den Geschmack von den aromatischen Soßen aufsaugen zu können.

Hühnerfleisch in Kokosmilch mit rotem Curry und Reis (12,20). Das Curry bringt eine geballte Ladung Raffinesse mit sich, vergleichbar mit der Soße Bolognese von einer italienischen Mama oder noch viel mehr das Hausrezept für Erdäpfelgulasch einer ungarischen Familie, ist das ein Fleisch- Erdäpfeleintopf von dem man schwer die Finger lassen kann. Sehr angenehm sämig durch die Stärke der Erdäpfel und ungewöhnlich die Kombination von Erdäpfel mit Reis, also genug Kohlenhydrate. Der Eintopf wird direkt im Ton-Topf serviert, aus dem man dann schöpfen kann.

Gebackenes Eis (4,80€) zum Abschluss – das uns allen bekannte, gebackene und flambierte Eis –  zumindest eine Komponente die uns an den klassischen Sonntagsbesuch beim Asiaten erinnert. Darüber, dass das Eis wahrscheinlich nicht selbst gemacht ist, kann man aber bei dem Preis und dem durchaus einwandfreien Backteig hinwegsehen

Sehr angenehm das feuchte Handtuch zum Abschluss!

Fazit: Der Diskussion in einschlägigen Foren, ob es sich um den besten Thailänder mit der besten, authentischen Küche in Wien handelt, enthalte ich mich – gut, besser, am besten – sind sehr subjektive Wertungen, die somit nicht verallgemeinerbar sind.

Die köstlichen Gerichte, das großartige Ambiente und die gleicherweise freundliche wie effiziente Bedienung bereiten ein schönes Erlebnis, das gerne in Erinnerung bleibt und zur Wiederholung einlädt.

 

Bangkok Vienna

Joanelligasse 8, 1060 Wien

Tel: +4315870593 (Bandansage genügt für Reservierung)

Montag: Geschlossen Dienstag – Samstag 17:30 – 23:00 Sonntag 12:00 – 15:00, 17:30 – 23:00

http://bangkok-vienna.at/

Sind Sie auf Facebook? – Jetzt Fan von gastronews.wien werden!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*