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„Lunch Shaming“: Welche Maßnahmen gibt es in Österreich?

(c) senkaya

Wien (CulinariusDie Praxis „Lunch Shaming“, wenn Kinder deren Eltern das Essensgeld nicht bezahlen können gedemütigt und bestraft werden, wurde vergangene Woche international diskutiert. Auch in Österreich kennt man Herausforderungen bei der Finanzierung des Mittagessens für sozial schwächere Familien.

In Österreich bleiben betroffene Kinder den Ganztagsschulen oft fern, weil sich ihre Eltern das Essensgeld nicht leisten können, wie Bildungsministerin Hammerschmidt letztes Jahr im Kurier-Interview berichtete. „Wir wollen diese Kosten künftig sozial staffeln, je nach dem Einkommen der Eltern. Und für Kinder, wo die Eltern sehr wenig verdienen, wollen wir das Mittagessen kostenfrei machen.“ Im Juli 2016 beschloss die Regierung 750 Millionen Euro in den Ausbau ganztägiger Schulformen zu investieren. Eine darin enthaltene Neuerung ist die soziale Staffelung für Essenskosten. Auf Nachfrage beim Bildungsministerium, ob es dementsprechende Konzepte gibt, erklärt Pressesprecher Julian Ausserhofer: „Die Elternbeiträge werden von den Schulerhaltern festgesetzt, die das Mittagessen miteinschließen.“

Im Bildungsinvestitionsgesetz BIG wurde dazu folgende Vorgabe formuliert:
§ 5. (5) Bei der Festsetzung der Beiträge für die Betreuung im Betreuungsteil ganztägiger Schulformen in getrennter und verschränkter Form, ist auf eine mögliche Entlastung der Erziehungsberechtigten, insbesondere durch eine soziale Staffelung, Bedacht zunehmen.
Demnach liegt es in der Verantwortung der Schulerhalter, Erleichterungen zu gewähren, was auch gelebt wird, wie versichert wird. Werte wie Einkommensgrenzen werden derzeit nicht zentral durch das Ministerium vorgegeben. Für das Schuljahr 2016/17 beläuft sich der Betreuungsbeitrag an Pflichtschulen auf 5,70 Euro pro Tag und pro Kind.  Das tägliche Mittagessen kostet rund 3,60 Euro pro Tag, pro Kind. Für eine Ermäßigung des Essensgeldes bei der MA 10, darf das Familieneinkommen monatlich nicht höher als 1.016,09 Euro sein.

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