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Rettet die Wiener Schanigärten!

(c) iStock

Von Peter Dobcak

Es vergeht seit einigen Wochen kein Tag wo mich nicht eine Kollegin oder ein Kollege anruft und fragt, ob der MA 6 (Stadt Wien Rechnungs- und Abgabenwesen) ein Fehler bei der Berechnung der Schanigartengebühr unterlaufen ist? Die Schockstarre ist völlig verständlich, wenn man im Vorjahr noch zum Beispiel € 500,— für den Schanigarten bezahlt hat und heuer plötzlich € 5000,— zahlen muss.

Es ist mir immer wieder ein Rätsel mit welcher Leichtfertigkeit die Stadt Wien denkt, dass es den UnternehmerInnen so geht wie der Stadt Wien: „ Sie klatschen in die Hände und das Geld fällt vom Himmel.“ Wir müssen hart dafür arbeiten, oft unter großer persönlicher Belastung. Wir können nicht einfach beschließen die Preise um bis zu 1000% zu erhöhen und unsere Gäste per Hausordnung verpflichten diese auch zu bezahlen.

Mein Büro und ich sind seit Wochen daran einen Weg zu finden, zumindest die Zonenänderung, welche die größten Erhöhungen (10 fach) verursacht, anzufechten. Leider gibt der Verwaltungsgerichtshof dem Gesetzgeber breitesten Spielraum was Gebührenerhöhungen betrifft. Wir in der Privatwirtschaft würden uns schon lange dem Vorwurf des Wuchers aussetzen, die Regierung kann wieder einmal machen was sie will.

Ich werde meine Mitglieder bei der nächsten Wahl ganz sicher zeitgerecht an diese existenzgefährdenden Erhöhungen erinnern. Wobei ich muss zugeben, es war ein genialer Schachzug der Bürgermeisterpartei, bei der letzten Wahl genau die Lösung jener Versäumnisse einzufordern, die diese über Jahrzehnte selbst verursacht hat und damit auch noch die Wahl zu gewinnen. Soviel Kaltschnäuzigkeit muss mal einer haben – Respekt.

Am Ende des Tages zahlt auf jeden Fall der Gast die Rechnung für die völlig überzogenen Gebühren. 1000% !!! plus in manchen Straßen ist einfach zu viel. Bei aller Liebe zu unseren Gästen, da werden die Preise wohl deutlich steigen müssen. Die Touristen wird das weniger stören. Wir wissen aus eigener Erfahrung, im Urlaub sitzt die Börse ein wenig lockerer. Die Stadtregierung schadet mit dieser Gebührenerhöhung vorwiegend den Wienerinnen und Wienern. Ich hoffe, die Damen und Herren Politiker erkennen das rechtzeitig.

Als Interessenvertreter der Gastronomie suche ich jedenfalls das Gespräch mit der verehrten Wirtschaftsstadträtin Brauner um gemeinsam einen Weg zu finden diese fatale Entwicklung zu korrigieren. Im Sinne von uns allen, die bei Sonne gerne draußen sitzen und die Wiener Gastronomie genießen wollen: „Wünscht mir und uns viel Glück!“

Bis bald bei unseren Wiener Wirtinnen und Wirten!!

Euer

Peter Dobcak

Fotocredit: (c) iStock TasfotoNL

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