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Der Charme der 20er Jahre am Schottenring

Mit Hotelrestaurants ist das ja so eine Sache. Viele Wiener, die logischerweise kein Hotelzimmer benötigen, kommen vermutlich gar nicht auf die Idee in solch ein Lokal einzukehren, dennoch gibt es immer mehr davon in der Stadt – klar, es gibt ja immerhin auch genügend Hotels. Und was wär schon ein Hotel ohne ein dazugehöriges Restaurant in dem man gut speisen kann? Eben. Im Erdgeschoss des Hilton Vienna Plaza am Schottenring befindet sich die “Émile Brasserie and Bar“, die ich mir mal näher angeschaut hab.

Dieses Restaurant hat sich ganz dem Charme der 20er Jahre verschrieben und ist im Art Deco Stil eingerichtet. Elegante Elemente wie die Bar aus Marmor, die Bestuhlung aus rotem Leder, goldene Lamperie und viel dunkles Holz sorgen für ein ganz spezielles und französisch angehauchtes Flair. Dafür wurde ein Londoner Designstudio engagiert, das den 1980er-Jahre-Bau zumindest innen in die Goldenen Zwanziger zurückkatapultierte.

Die Speisekarte besticht durch eine gelungene Mischung aus österreichischer und französischer Küche – eine feine Auswahl hat sich Küchenchef Erich Freund einfallen lassen, der übrigens seine Karriere mit einer klassischen Lehre schon im Hilton begann. Angefangen von einem richtig umfangreichen Frühstückspaket, hausgemachten Waffeln oder Granola über Vorspeisen wie Burrata oder Entenrilette mit Zwiebelmarmelade, dem typisch französischen Flammkuchen mit diversen Belägen, ein paar Suppen (die Bouillabaisse mit Sauce Rouille zählt angeblich zu den besten Wiens. Wird nächstes mal probiert), bis hin zu Hauptspeisen wie Burger, vegetarische Pasta, Rinderfilet, Zwiebelrostbraten, Lammkarree, Salate, Paprikahenderl mit Butternockerl, Muscheln in Weißweinsauce, Seezunge nach “Müllerin Art“ – ja, die Auswahl ist groß und die Entscheidung fällt schwer. Meine fiel zuerst auf den Flammkuchen mit Sour Cream und Tiroler Speck – was für ein Highlight! Knusprig dünner Boden mit cremigem Rahm und würzigem Speck obendrauf, sehr lecker war das. Danach wurde es noch besser: weißer Apfel-Reiskuchen mit Mohn und Zweierlei von der Quitte. Bombastisch gut, diese Kombi. Französische Klassiker wie Crêpe Suzette oder Crème Brûlée gibt’s aber eh auch.

Preislich ist das Émile im mittleren bis höherpreisigen Segment angeordnet, bei der Top-Qualität und dem umfangreichen Angebot aber durchaus legitim. Hauptspeisen kosten zwischen 14 und 28 Euro. Außerdem gibt es jeden Tag (auch am Wochenende) verschiedene “Plats du jour“ (Tagesteller) um € 10,50.

Was ist jedoch in Hotelbars noch um eine Spur “wichtiger“ als gutes Essen? Richtig – gute Drinks. Und davon gibt’s in der Émile Bar enorm viele. Jeweils mehrere Sorten an Gin, Whiskey, Rum, Bitters, Brandys, Martinis, eine sehr umfangreiche Auswahl an nationalen und internationalen Weinen und Bieren, Champagner, Absinth und viele Cockail-Mischungen. Wow. Hingehen und staunen!

Fazit:

Ein hübsches Restaurant im Stil der 20er Jahre ist das Émile! Man sollte Hotelrestaurants und Hotelbars nicht unterschätzen und öfter mal vorbeischauen, auch wenn man kein Zimmer über Nacht bezieht. Gutes Essen, gute Drinks, gute Atmosphäre, guter Service – parfait!

 

Émile Brasserie and Bar

Schottenring 11

1010 Wien

Tel. 01/313 900

www.emile-brasserie.at

Geöffnet: Montag bis Sonntag von 07:00 bis 02:00 Uhr

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