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No-Show Gebühr bei Gästen als No-Go – WKW befürwortet Regelung

Gäste bleiben aus

Für Aufregung sorgte eine Rechnung in Höhe von 209 Euro, die eine Wienerin für das Nicht-Erscheinen im brasilianischen Steaklokal „Churrascaria“ bekam. Trotz ihrer Stornierung am Tag der Reservierung per Anruf, Sms sowie einer zusätzlichen Email – diese Kontaktaufnahmen blieben alle unbeantwortet – stellt das Restaurant nun die entgangene Leistung in Rechnung. Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer, kann diese Vorgangsweise nachvollziehen. Ebenso Spitzengastronomen wie Toni Mörwald haben bereits positive Erfahrungen mit der Einführung der Stornogebühr gemacht.

Stornogebühren verärgern verhinderte Gäste  

Dass die Frage nach der Einführung von No-Show und Stornogebühren in Lokalen stark umstritten ist, bestätigt die Wirtschaftskammer. Schon lange gestaltet sich diese Thematik problematisch, da es nur eine radikale Lösung entweder zum Nachteil des Gastes oder dem des Gastronomen gibt. Es ist ein Verhalten, das immer mehr in Mode kommt: viele Gäste reservieren einen Tisch, den sie dann kurzfristig oder eben auch gar nicht absagen. Dieses Benehmen entwickelt sich zu einem schwerwiegenden Problem in der Gastronomie und hat bereits eine starke Sensibilisierung in Bezug auf Reservierungen zur Folge. Denn nicht immer ist es möglich den leerstehenden Platz kurzfristig zu füllen. Somit ergibt sich ein Verlust auf Kosten des Restaurants.

Im Falle von Wienerin Ute Hübler, die ihren Besuch aufgrund einer Grippewelle im Freundeskreis kurzfristig absagte, reagiert das Lokal mit der Sendung einer Schadenersatzforderung. Die Wirtschaftskammer unterstützt diese Handhabung und stellt sich auf die Seite der Gastronomen. Durch das Buchen eines Tisches schließt man als Gast einen Vertrag mit dem Restaurant ab. Zwar existieren in der Gastronomie keine generellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Situationen wie diese, doch laut Peter Dobcak empfiehlt sich eine individuelle Ausarbeitung dieser, gemeinsam mit einem Anwalt. Anders steht der Großteil der Konsumenten dieser Debatte gegenüber. In Bezug auf kurzfristige Erkrankungen ist die Uneinsicht bei Gästen groß. Das Absagen beim Restaurant sollte selbstverständlich sein, dass es jedoch zu Verhinderungen kommen kann, zählen viele als Risiko der Gastronomie.

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Die internationale Handhabung

Das Restaurant „Churrascaria“ hat seine Rechnung, aufgrund der öffentlichen  Aufmerksamkeit sowie einer erfolgreichen Vermittlung durch die Wirtschaftskammer, zurückgezogen. Fakt ist allerdings, dass die Frage nach der Einführung von Stornogebühren bei Tischreservierungen trotzdem nicht vom Tisch ist. International ist das Einfordern von Strafzahlungen für nicht erscheinende Personen, tatsächlich schon lange üblich.

No-Show und Stornogebühren

Insbesondere in der Spitzengastronomie, wo der Wareneinsatz außergewöhnlich hoch ist, wird dieses System schon häufig erfolgreich umgesetzt. Unterscheiden kann man diesbezüglich No-Show Gebühren – diese würden bei einem Ausbleiben der Gäste ohne vorheriges Absagen anfallen – und Stornogebühren, bei einer zu kurzfristigen Abbestellung.

Damit bezweckt man – laut Gastronomen – die Erziehung der Gäste, die ihre Pläne je nach Wetter und Stimmung manchmal auch noch kurzfristig ändern. In den USA gelten besonders strenge Bestimmungen. Reserviert man einen Tisch für sechs Personen und erscheint man nur zu fünft, wird schon für die eine fehlende Person eine Pönale verlangt. Diese „No Show Tax“ kann, abhängig von der Art des Restaurants, 70 bis 150 Euro betragen. Gibt man bei der Reservierung auch die eigene Kreditkartennummer bekannt, so ist man eher dazu geneigt den vereinbarten Termin tatsächlich einzuhalten- sogar bei Minusgraden. Betroffen sind in Österreich insbesondere neue Lokale sowie mittelgroße Betriebe, die unter dem spontanen Ausbleiben der Gäste lange leiden. Trotzdem stößt die Forderung in Österreich bei Konsumenten meist noch auf starke Ablehnung. Wie lange man sich noch in der gesetzlichen Grauzone ausruhen kann, bleibt jedoch offen.

 

Fotocredit: iStock Kondor83

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