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Iki – die etwas andere Kantine

„Iki beschreibt eine Lebenshaltung nach einem ästhetischen Ideal Japans. Es vereint Eigenschaften wie anspruchsvolle Urbanität und Raffinesse mit weltgewandter Klugheit und dem Flair eines Lebemannes bzw einer Lebefrau“.

Na bumm. Da wird (laut Homepage) mit schweren Geschützen aufgefahren. Das kann sich die Erste Bank Group ob der Eröffnung des gigantisch großen und modernen Erste Bank Campus am Gelände des alten Südbahnhofs vermutlich auch „leisten“. Das darin vor kurzem eröffnete neue Lokal namens „Iki“ soll sowohl Erste Bank Mitarbeitern als Kantine als auch externen Nicht-Bankern als Restaurant für fast jede Tageszeit dienen. Es handelt sich hierbei um ein japanisches Lokal, das vom Catering-Unternehmen der Erste Bank Group betrieben wird und für das man sich ganz feine Japan-Experten ins Boot holte: die Macher des „Mochi“ (Anm. d. Red.: das wahrscheinlich extravaganteste und jedenfalls ausreservierteste Japan-Lokal der Stadt).

Japanische Schlichtheit

Die über zwei Etagen angelegte Kantine wurde in der Optik bewusst schlicht gehalten. Schwarze Fliesen, wie ein Regen aus Glühbirnen wirkende goldene Hängelampen, eine langgestreckte offene Küche, welche das Herzstück des Iki darstellt, eine Bar, ein kleiner Shop mit Take-Away-Gerichten und japanischen Utensilien fürs Nachkochen zuhause. In Kombination mit den zahlreichen Anzügen und Business-Kostümen unter den Gästen wirkt das alles sehr urban, sehr clean, sehr harmonisch.

Eine feine Auswahl

Mit Hilfe des Mochi-Know-Hows sowie dem Küchenchef Alfred Schoch, der nach Steirereck, Palais Coburg und weiteren namhaften Stationen zuletzt in der Marktwirtschaft tätig war, wurde eine übersichtliche Speisekarte kreiert, die sich sehen lassen kann: da gäbe es erstmal die beiden wöchentlich wechselnden Iki Bento Boxen, welche jeweils aus fünf Komponenten bestehen: die obligatorische Misosuppe, Reis, Sushi und Sashimi, Salat und einem kleinen warmen Gericht. Der Bento-Spaß kostet satte € 11,60, was für ein Mittagessen ja durchaus in Ordnung ist, für die tägliche Mittagspause in der Kantine jedoch schon etwas gesalzen wäre. Daher gibt’s auch eine Preisreduktion für … richtig … Erste Bank Mitarbeiter.

Bei den Vorspeisen hat man die Qual der Wahl aus folgenden Köstlichkeiten: Edamame (Sojabohnen) mit Kren und Meersalz, Seetangsalat mit Gurke und Avocado, Spinatsalat mit Sesamdressing (zum Reinlegen gut!), grüne Papaya mit Erdnuss, Koriander und Limetten-Chili-Dressing oder den fein gehäckselten, scharfen Rindfleischsalat im Thai-Style. Das ist aber noch nicht alles, es gibt noch drei weitere Kategorien auf der Karte: Reisschalen, Donburis genannt (€ 9,80 – € 12,80) – hier wird auf den saftig marinierten warmen Reis ein Belag nach Wahl gelegt, beispielsweise knusprige Ente mit Rettich, kurz gebratenes Beef Tataki mit Kräutersalat, Lachs Teriyaki oder, für Veganer, Melanzani-Curry mit Tofu. Eine kräftige Hühnersuppe mit Ramen-Nudeln, Hühnerbrust, Koriander, Chili und Zwiebel vermag zwar an kalten Wintertagen ein guter Wärmespender zu sein, dafür aber stolze € 10,50 zu verlangen ist dann doch ein bisschen frech wie ich finde. Ebenso die Sushi-Rolls: die vergrößerten, mit Gurke und Avocado gefüllten Makis, die mit verschiedenen Fisch- oder Gemüsestückchen on top belegt werden, sind nicht unbedingt das was man sich unter günstig vorstellt, doch köstlich sind die allemal: die Surf & Turf Roll mit Garnelentempura, Rindercarpaccio, Trüffelmayo (genial) und Teriyaki-Sauce sind pure Seelennahrung. Diese Kombination ist derartig harmonisch für den Gaumen! Auch die anderen Varianten mit Spicy Tuna oder Lachs-Tartar und Chili-Mayo klingen sehr sehr vielversprechend. Zwar ist es nicht so einfach, diese Dinger recht elegant zu essen, weil´s das Maki-typische Algenblatt drumherum nicht gibt und es somit an Kompaktheit fehlt, doch das ist einem spätestens beim zweiten Bissen dieser Köstlichkeiten komplett wurscht.

Ebenso interessant wie die Speisen sind die Getränke im Iki. So mancher exotische Asia-Cocktail kann hier genossen werden, Stichwort Sake. Und Ingwer-Wodka. Und Tonic. Und Gurke. All diese Kreationen gehen sich an nur einem berauschten Abend wohl nicht aus.

Mein Fazit:

Hier wird Qualität ganz groß geschrieben! Gutes Essen, netter Service, angenehme Atmosphäre. Für das Viertel rund um den Hauptbahnhof ist das Iki definitiv eine große Bereicherung. Und ich als Japan-Liebhaberin fühl mich bei Lachs und Teriyaki ohnehin sauwohl. Chapeau, liebes Mochi-Team!

 

Iki

Am Belvedere 1

1100 Wien

Tel.: 05/0100 13600

www.iki-restaurant.at

Geöffnet: Montag bis Freitag 11:00 – 22:30 Uhr

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