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Jahrelange Leidenschaft – Destillerie Farthofer

Wien (Culinarius) Das niederösterreichische Mostviertel bezaubert durch seine sanft-hügelige Landschaft und sein mildes Klima. Das Gebiet, das seinen Namen vom vergorenen Saft aus Birnen und Äpfeln erhalten hat, liegt zwischen Linz und Wien, südlich der Donau. Landschaftsprägend sind die zahlreichen Streuobstwiesen, auf
denen über 300.000 Birnbäume wachsen. Während in praktisch allen anderen Mostgebieten der Welt Äpfel tonangebend sind, sind es im Mostviertel die Birnen in unterschiedlichsten Arten, Formen und Geschmäckern. In dieser ruhigen, unaufgeregten Landschaft betreiben Josef Farthofer und Doris Hausberger seit 2003 bereits in fünfter Generation die Destillerie Farthofer.

Schon früh kristallisierte sich Josef Farthofers Begeisterung für den Obstbau heraus. Bereits als Jugendlicher experimentierte er mit Fruchtsäften aller Art, machte gemeinsam mit seinem Vater Birnenund Apfelmost und schnupperte langsam in das Schnapsbrennen hinein. Eine gehörige Portion Neugier, Pioniergeist und Perfektionismus ließen ihn immer neue Brände ausprobieren, er absolvierte Kurse und Fortbildungen. Schnell lautete sein Credo: Alle Brände, die es in konventioneller Qualität am Markt gab, wollte Josef Farthofer in feinster Bio-Qualität erzeugen. Besonderen Wert legt der „Bio-nier“ auf die Auswahl von besten Rohstoffen, eine rasche und schonende Verarbeitung sowie eine Reifung seiner Brände, um sie im Geschmack abzurunden.

Seine Lebensgefährtin Doris Hausberger, ebenfalls gebürtige Mostviertlerin und ausgebildete Most- und Edelbrandsommelière, unterstützt ihn seit 2008 in der Vermarktung und Weiterentwicklung des Unternehmens. Doris ist für die Führungen und Verkostungen im Schaubetrieb „Mostelleria“ zuständig.

Das rasch erfolgreich gewordene Unternehmen platzte schnell aus allen Nähten. 2010 fand das Paar in einem über 100 Jahre lang als Presshaus genutzten stattlichen Gebäude in Öhling bei Amstetten schließlich eine neue, wunderschöne Bleibe. Das denkmalgeschützte Kellerhaus eines lokalen Geschäftsmannes und zugleich erfolgreichen Mostbauern aus dem Jahre 1874 wurde mit viel Liebe zum Detail von Südtiroler Architekten renoviert und dient Josef Farthofer und Doris Hausberger als Produktionsstätte, Reifekeller, Schau- und Verkaufsraum sowie als private Unterkunft. Jährlich werden in der Mostelleria 10.000 Besucher aus dem überwiegend deutschsprachigen Raum empfangen.

Die in der Mostelleria untergebrachte Destillerie wird als „Vollverschlussbrennerei“ geführt – dies ist unter den vier österreichischen Brennrechten das größte und umfassendste. Sie zählt zu Österreichs mittelgroßen Brennereien, bietet aber, was das Sortiment betrifft, eine der größten Paletten an Bränden, Likören und Geisten in feinster Bio-Qualität an. Josef Farthofer kultiviert einen Großteil des Obstes selbst und bezieht alles, was er nicht selbst erzeugen kann oder im Mostviertel gedeiht, aus der nächst möglichen Umgebung. Allen Erzeugnissen Farthofers ist ein besonders weicher Geschmack am Gaumen gemein. Das Geheimnis liegt im Wasser: Es stammt aus einer privaten Quelle im oberösterreichischen Mühlviertel. Besonders wichtig ist neben der Verwendung von erstklassigen Rohstoffen und frischestem Wasser eine rasche und saubere Verarbeitung.

Über die Jahre wuchs das Sortiment beständig an und bietet eine attraktive Auswahl an Edelbränden, Geisten und Likören. Aushängeschilder sind die Brände aus autochthonen Mostviertler Birnensorten. Das Herzstück der Produktion nennt sich MOSTELLO, eine geschützte Eigenkreation von Josef Farthofer. Die hochwertige O-Serie fand rasch in den exklusiven Barbereich Einzug und diverse Geiste und Liköre runden das Angebot für den Bio-Lebensmitteleinzelhandel und Privatkunden ab. Das Sortiment beinhaltet mehr als 30 unterschiedliche Edelbrände, Eigenkreation MOSTELLO (Dessertwein aus Birnenmost und Birnenbrand), O-Serie (O=organic, bestehend aus Vodka, Gin und Rum), Diverse Geiste und Liköre.

Für Josef und Doris beschränkt sich Bio nicht nur auf die Wahl der Rohstoffe und Gewürze sondern umfasst den gesamten Produktionsprozess. So wirtschaftet die Destillerie energieautark durch den Eigenanbau von Miscanthus (=Elefantengras), die Abwärme der Brennerei wird in das öffentliche Gemeindenetz eingespeist – sie versorgt Schule, Feuerwehr und Kindergarten – und selbstverständlich wird Ökostrom bezogen. Die beim Brennen entstandene Schlempe wird in der benachbarten Biogasanlage weiterverwertet.

Das besondere Engagement des Mostviertler Paares blieb nicht unbeobachtet. Seit 2005 zählen Josef Farthofer und Doris Hausberger zum exklusiven Verein der Mostviertler Mostbarone (www.mostbarone.at). Rund 20 ernannte Mitglieder halten die Kultur rund um den vergorenen Birnenmost im niederösterreichischen Mostviertel hoch. 2008 wurde die Destillerie Farthofer für den bundesweiten Klimaschutzpreis nominiert.

Öffnungszeiten der Mostelleria:

April – Oktober: Mittwoch –Samstag 10 – 12 Uhr, 13 – 17 Uhr

November – März: Mittwoch – Freitag 10 – 12 Uhr, 13 – 17 Uhr, Samstag 10 – 12 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten auf telefonische Anfrage.

Fotocredit: Manfred Horvarth

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