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Floh Wein-Cup 2009: Jois siegt beim Saisonauftakt

(Weinserver) Josef Flohs vinophiler, kulinarisch begleiteter und keineswegs bierernster Wettstreit heimischer Winzergemeinden ging am Freitag in seine vierte Spielsaison. Zum ersten Duell des Floh Wein-Cup 2009 trafen sich Jois und Poysdorf.

Im Stadion an der Tullnerstraße, der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn, wurden am vergangenen Freitag wieder einmal die Flutlichter angeknipst: Zum Eröffnungsmatch des vierten Floh Wein-Cup brachte Leo Hillinger ein Winzerteam aus Jois und Poysdorfs Bürgermeister Karl Wilfing eine Winzermannschaft aus, genau, Poysdorf mit.

Spielregeln: So funktioniert der Immer wieder Lössterreich: Wagramer gewinnen zweites Floh-Achtelfinale

Beim zweiten Achtelfinale des Floh-Weincup 2009 kam es zu einer Sensation: Die Lokalmatadore aus Fels am Wagram nützten in Langenlebarn den Heimvorteil und warfen den großen Favoriten Deutschkreutz aus dem Turnier.

Als im Langenlebarner Stadion, manchen auch als Gastwirtschaft Floh bekannt, am vergangenen Freitag der Anpfiff zum zweiten Achtelfinale des Floh Wein-Cup 2009 fiel, schien der Ausgang des Spiels bereits vorgezeichnet. „Der große Favorit nicht nur des Abends, sondern des ganzen Cups“ sei eindeutig Deutschkreutz, das Manchester United des diesjährigen Weincups, so Chef-Analytiker Pepperl Flohaska. Doch der Heimvorteil der kollössal aufspielenden Felser aus dem neuen Weinbaugebiet am Wagram machte Albert Gesellmann und seiner Elf einen Strich durch die Rechnung: Nach einem würzig-geschmeidigen Match gewann Fels 3:2 und stieg damit ins Floh Wein-Cup-Finale auf, das am 20. März 2009 stattfinden wird.

Felser punkten bei Weißweinen

Fels beherrschte die erste Spielhälfte klar: Zu (Langenlebarnerisch interpretiertem) „Sushi“ netzte Gerhard Kolkmann mit einem kräftigen 2008 Rivaner ein – keine Chance für Walter Kirnbauers 2008 Welschriesling, den der 191cm/125-Kilo-Stürmer der Deutschkreutzer „zum Frühstück gegen den Durscht“ trinkt.

Knapper wurde die Entscheidung beim zweiten Gang, langsam gedämpftem Kalbsvitello mit Pastinaken und Trüffel. Hier kam es zum Zweikampf von Albert Gesellmann (2005 Chardonnay Steinriegel) und Franz Sauerstingl (2007 Grüner Veltliner Löss IV). Der Felser Libero traf trocken, aber dennoch mit Spannung und Kraft: 2:0 für die Wagramer.

Deutschkreutzer schlagen mit Roten zurück

Zu Wels und Roten Rüben mit Weiß- beziehungsweise Rot- und Portwein-Buttersauce konnten die Deutschkreutzer endlich ihre roten Stärken ausspielen: Im Damenduell, das manche für das hochklassigste des Abends hielten, überdribbelte Silvia Heinrichs 18 Monate lang im Barrique ausgebauter 2006 Pinot Noir Gudrun Grills 2006 Weißburgunder – und verkürzte damit auf 1:2.

Der Ausgleich gelang dem wortgewaltigen Gerhard Pfneisl zu Reh aus der Au mit Sellerieschaumrollen, Speck und Maroni dank einer Fünferkette: Cabernet, Blaufränkisch, Pinot Noir, Merlot und Shiraz verhalfen seinem 2006 Pentagon zum verdienten Goal gegen den 2006 Gigarna vom Felser Teamkapitän Franz Leth. Dessen Wein war selbst ein halber Deutschkreutzer – hat Leths Junior seine Praxis doch bei niemand anderem als Walter Kirnbauer absolviert.

Ein Abend mit drei Siegern

Einmal mehr musste die Entscheidung also beim Käse fallen. Beim zweifärbigen Duell warfen beide Teams noch einmal ihre Stärken in die Waagschale: Hans Czerny seinen am 19. Dezember mit Handschuhen geernteten 2007 Grünen Veltliner Eiswein, Wimmer-Czerny und Clemens Reisner seinen bei 20 Grad ohne Handschuhe geernteten 2004 Blaufränkisch. Die Wuchtel landete im Tor von Deutschkreutz, das 3:2 für Fels war damit in Stein gemeißelt. „Wir haben tolle Weine, tolle Stimmung und einen würdigen Sieger erlebt“, gratulierte Kapitän Albert Gesellmann. Und Sieger Franz Leth fügte hinzu: „Der Abend hatte eigentlich drei Sieger: Beide Mannschaften – und die Küche vom Floh, der sich diesmal selbst übertroffen hat.“

Nächster Termin: Europacup am 9. Jänner

Internationale Härte und ebensolches Spielniveau erwartet die Zuseher am 9. Jänner.

Zum Dreiländermatch werden drei absolute Top-Teams antreten: Deutschland, Slowenien und Österreich

Die nächste Achtelfinalbegegnung, zwischen Leutschach und Schönberg am Kamp, findet am 30. Jänner statt.

Weitere Infos und die übrigen Termine finden Sie auf www.derfloh.at

Floh Wein-Cup

Zur Erinnerung: Der Floh Wein-Cup ist eine Blindverkostung von eingeschränkter Ernsthaftigkeit, bei der den Gästen zu fünf Speisegängen je ein Glas Wein jeder Mannschaft serviert wird. Nach jedem Gang wird abgestimmt, welcher Wein besser geschmeckt hat, indem man entweder die gelbe – linkes Glas – oder die grüne Manschette – rechtes Glas – abgibt. Das Team, das mehr Stimmen sammeln konnte, erhält einen Punkt.

Poysdorf startet selbstbewusst

Dass Chef-Analytiker Pepperl Flohaska Jois nicht nur als Favorit des Abends eingeschätzt hatte, sondern auch als einen der Favoriten auf den Gesamtsieg, beeindruckte die Poysdorfer nur wenig: Der tiefgründig-würzige und doch fruchtbetonte 2007 Grüne Veltliner „Tenn“ von Helmut Taubenschuss sammelte zu dreierlei Kürbis dreimal so viele Stimmen wie John Nittnaus’ 2006 „Leithaberg“. Poysdorf setzte sich mit 1:0 in Führung – und beschloss, Jois auch in der zweiten Runde das Leben schwer zu machen: Zum Auschwein-Cocktail mit Erdäpfelschaum schoss Helmut Taubenschuss seinen 2006 Grünen Veltliner „MX“ nach, der für manche der Wein des Abends war. Doch Leo Hillinger ließ mit einem fein strukturierten 2006 Blaufränkisch „Terroir“ die Muskeln spielen und konnte knapp zum 1:1 ausgleichen.

Spannung bis zur letzten Runde

Dann war wieder Poysdorf am Zug. Zu gebratenem Zander mit trippa milanese wurde das zweite Duell zwischen Rot und Weiß ausgetragen. Diesmal punktete der Weißwein, und Fritz Weinrieder konnte seinen 2007 Riesling „Kugler“ zum 2:1 für Poysdorf verwandeln. Doch die Burgenländer kamen jetzt erst so richtig in Form: Zur Hochrippe mit Dinkel-Grieswürfeln konterte Dörte Steiner vom Weingut Schloss Halbturn mit ihrem 2006 „Imperial“ und stellte auf 2:2.

Entscheidungstor beim Süßwein

Die Entscheidung fiel also einmal mehr erst im allerletzten Gang: Im Süßweinduell zwischen Rainer Schuckerts 2005 Grünem Veltliner Eiswein aus Poysdorf und Leo Hillingers 2006 „Hill 3“ netzte Burgenlands Beckham souverän das 3:2 ein. „Poysdorf hat uns mit tollen Weinen gefordert“, lobte er die Konkurrenz (die nach Gesamtstimmen sogar gewonnen hätte), „und der Abend hat so viel Spaß gemacht, dass wir uns schon jetzt aufs Finale freuen.“ Bis dahin müssen freilich noch drei Finalgegner ermittelt werden.

Das nächste Qualifikationsspiel findet am 28. November zwischen Fels am Wagram und Deutschkreutz statt.

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